Kein Fleckenwasser für Leoparden


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Kein Fleckenwasser für Leoparden

Artikel-Nr.: 2012-E12-001
8,50
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Kundenbewertungen zu Kein Fleckenwasser für Leoparden

Anzahl der Bewertungen: 2
Durchschnittliche Bewertung: 5
Wer weiß ist, zahlt mehr in Afrika
von am 21.01.2013
Das Buch ist die romanhafte Bearbeitung einer wirklichen Biografie und möchte schwarzen Einwanderern eine Stimme geben. Der Nigerianer repräsentiert exemplarisch die Abweichung von der Norm. Als ihm das nach und nach aufgeht, muss er sich als „überempfindlich“ beschimpfen lassen. Die Gegenüberstellung der Erfahrungen von Schwarzen hier und Weißen in Afrika, der falschen Vorinformationen auf beiden Seiten macht das Spannungsfeld dieses Buches aus. Der Konflikt wird bis in sprachliche Details deutlich. Die Weiße ist nachts in Afrika genauso überdeutlich zu sehen wie der Schwarze in Europa tagsüber, nur ist die Aufmerksamkeit in beiden Fällen unverdient einmal mit positivem, das andermal mit negativem Vorschuss verbunden. Afrikanische Klischees stehen den deutschen diametral entgegen und werden zur Falle für die Protagonisten. Ist er für die Partnerin ein Entwicklungshilfeprojekt, ein Experiment und sie für ihn lediglich das Sprungbrett ins vermeintliche Paradies? Wie der allgemein menschliche Gegensatz zwischen Mann und Frau der kulturellen Zerreißprobe unterworfen wird, geht unter die Haut.
Sehr gut recherchiert und ausführlich dargestellt
von am 19.01.2013
Das Nachwort bestätigt, dass die Autorin nicht nur recherchiert hat sondern Insiderkenntnisse vermittelt. Den „eingeborenen“ Deutschen hält sie den Spiegel sehr subtil vor. Das schafft sie dadurch, dass sie beispielsweise die bei der Beschreibung von schwarzen Menschen immer noch üblichen Wortschatz aus dem „animalischen“ Bereich (Essen oder wilde Tiere) auf Weiße anwendet. Durch Sprache und Sprechen drückt sich aus, wer die Macht der Benennung hat. Sehr gut herausgearbeitet, wie die Spuren verquerer Klischees und Vorurteile über Afrika (Trommeln, Singen, Tanzen und Hunger) sich wie ein roter Faden vom Kindergarten bis zur eigentlich weltoffenen deutschen Partnerin fortsetzen. Besonders beim Bewerbungsgespräch bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Die Sklaverei in der Zeitarbeit verhöhnt das Bild, das Afrikaner von Europa im Kopf haben. Eine Korrektur wird abgelehnt. Wie anders als durch die Nutzung von Schlupflöchern und Gesetzeslücken kann sich einer wehren, um die deutschen Behörden mit den eigenen Waffen zu schlagen. So wie die Afrikaner in einen Topf geworfen werden, so landen auch die „Guten“ der anderen Seite in der Sparte Kollateralschaden. Ein Buch, das treffend darstellt und nachdenklich macht.
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